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 Betreff des Beitrags: Mail vom Stromversorger
BeitragVerfasst: Mi 30. Okt 2013, 21:56 
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Administrator

Registriert: Mi 17. Okt 2012, 20:12
Beiträge: 751
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Hallo,

folgende Mail meines (Noch)-Stromversorgers wollte ich euch nicht vorenthalten. Die Mail war schön im Blocksatz formatiert und in Schriftgröße 10. Der Betreff der Mail war "Energiemarktentwicklungen und -preisanpassungen". Wer findet den wichtigen Absatz? ;-)

Zitat:
Vertragsnummer: xxxxxx


Sehr geehrter Herr Gläßer,

unsere Marke prioenergie ist ein Teil der ExtraEnergie-Familie, die 2008 gegründet wurde. Mit mehr als einer Million gewonnenen Kunden gehört die ExtraEnergie GmbH zu den am schnellsten wachsenden Energieunternehmen in Deutschland. Wir haben bis heute bereits einen Marktanteil von über 18 % im Neukundensegment unter mehr als 1.100 Energieunternehmen erreicht und gehören somit zu den Top 10 der privaten Energieanbieter auf dem deutschen Energiemarkt. Hierfür möchten wir uns bei Ihnen bedanken! Unseren Erfolg verdanken wir dem Vertrauen, das Sie und andere Kunden in uns gesetzt haben. Wir verfolgen stets das Ziel, den Service und die Konditionen für unsere Kunden zu verbessern. Unser Anspruch ist es, unsere Kunden stets vor marktbedingten Preiserhöhungen zu schützen. Vertrauen Sie uns, wie es bereits mehr als eine Million andere Kunden tun. Mit diesem Schreiben möchten wir Sie über die aktuellen Strommarktentwicklungen und Preisanpassungen informieren.

Die Energiewende ist ein energiepolitisches Programm, mit dem die Energieeffizienz gesteigert, die erneuerbaren Energien ausgebaut und die Emission der Treibhausgase gemindert werden sollen. Ziel ist hierbei der Ausstieg aus der Kernenergie bis Ende 2020. Die konkrete Ausgestaltung der Energiewende muss sich an den ambitionierten Klimaschutzzielen der Bundesregierung orientieren. Die Umsetzung der Klimaschutzziele stellt Deutschland vor große Herausforderungen. Bis zum Jahr 2015 müssen 400 Kilometer des bestehenden Höchstspannungsnetzes verstärkt und noch einmal 850 Kilometer neu gebaut werden. Bis zum Jahr 2020 werden weitere mehrere Tausend Kilometer neue Leitungen benötigt. Nur so wird es möglich sein, dass die vielen Hundert Windränder an Land und auf dem Meer, Tausende von Solaranlagen, aber auch die neu zu errichtenden konventionellen Kraftwerke ihren Strom ins Netz einspeisen können. Der Netzausbau ist damit ein Schlüsselthema der gesamten Energiewende. Hierzu erscheint vierteljährlich ein "Energiewende-Index" der Beratungsgesellschaft McKinsey. Dieser beurteilt die Zielerreichung der Energiewende kritisch. Die Bundesregierung ist mit ihrer "Energiewende" im vergangenen Quartal kaum vorangekommen. Entgegen der optimistischen Planung der Bundesregierung stellen die Experten der renommierten McKinsey Beratungsgesellschaft der Energiewende bisher ein schlechtes Zeugnis aus. Es gibt derzeit nur bei vier von 15 Zielen die Hoffnung, die Vorgaben zu erreichen. Die unrealistischen Ziele lassen die Kosten der Energiewende weiter in die Höhe treiben, die dann letztendlich vom Privatkunden getragen werden müssen. Für weitere Informationen gehen Sie bitte auf:

http://www.welt.de/wirtschaft/energie/a ... wende.html

http://www.phoenix.de/content/646260

Insgesamt wirken auf die Energiepreise eine Vielzahl unterschiedlicher Einflussfaktoren: die Preisentwicklung auf den internationalen Rohstoffmärkten, die Entwicklung des Wechselkurses des Euro gegenüber dem Dollar, die Kostenentwicklung bei inländischen Produktionsfaktoren, staatliche Eingriffe sowie Auflagen und die jeweiligen Marktbedingungen. Hier haben sich in den letzten Jahren vor allem durch die Liberalisierung der Märkte im Bereich der leitungsgebundenen Energieversorgung die Rahmenbedingungen grundlegend verändert. Als weitere wesentliche Einflussfaktoren für die angespannte Situation im Energiemarkt lassen sich Probleme nennen, die aus der Energiewende selbst resultieren. So ergibt sich, durch den Ausbau der Wind- und Solarenergie, eine Überproduktion. Insbesondere die Windenergie wird vor allem in ostdeutschen Flächenländern produziert, gebraucht wird der Strom hingegen in den Ballungsgebieten Westdeutschlands. Die Stromtrassen reichen derzeit nicht aus, um den gesamt produzierten Strom weiterleiten zu können und eine längere Speicherung ist technologisch noch nicht möglich. Um die resultierende Überlastung des Stromnetzes und damit einen Zusammenbruch mit einhergehenden Stromausfällen zu verhindern, ist Deutschland gezwungen, den Strom zu exportieren. Die Situation des Überangebotes und der gleichzeitig geringeren Nachfrage führt zu dem Paradoxon, dass die Anbieter für den Export zahlen müssen und der Strompreis für die deutschen Privathaushalte steigt. Die stetig steigenden Umlagen, die hohen Transportkosten und die mangelnde Technologie zur Stromspeicherung, stellen die zentralen Hauptprobleme der Energiewende dar, die noch nicht gelöst sind und dazu führen, dass sich die Preise am Energiemarkt nicht entspannen und weiter in die Höhe getrieben werden (http://www.rp-online.de/wirtschaft/waru ... -1.3295701).

Als Folge der stark schwankenden Entwicklungen im Energiemarkt und dem dadurch bedingten Aufwärtstrend der Preisentwicklung werden leider Sie als Privatkunde immer weiter belastet. Als Energielieferant bemühen wir uns, unsere Kunden so gut wie möglich vor Preiserhöhungen zu schützen. Allerdings sind uns als Lieferant bei speziellen vorgegebenen Kosten leider oft die Hände gebunden. Derzeit engagieren wir uns in Kooperation mit einigen politischen Parteien stark dafür, eine Reduzierung der Umlagen herbeizuführen.

Wir werden uns aber auch darüber hinaus in Ihrem Interesse dafür engagieren, die regulierten Bestandteile Ihres Energiepreises so niedrig wie möglich zu halten. Einen Teil der gestiegenen Kosten müssen wir allerdings zum 01.01.2014 umlegen. Ihr Arbeitspreis verändert sich auf 27,8 Cent/kWh. Ihr monatlicher Grundpreis verändert sich auf 10,04 € pro Monat. Die Höhe Ihrer Abschläge (für Kunden, mit monatlicher Abschlagszahlung im Folgejahr: 12 Zahlungen), auf Basis des aktuell zugrunde liegenden Verbrauchs, ändert sich nicht. Alle weiteren Preiskonditionen bleiben wie vertraglich vereinbart unverändert. Sie haben bis zum 30.11.2013 das Recht, Ihren Vertrag auf den Zeitpunkt des Wirksamwerdens der Anpassung in Textform zu kündigen.

Die bestehenden Allgemeinen Geschäftsbedingungen werden unverändert bleiben. Ihre aktuellen Abschläge basieren auf dem geschätzten Verbrauch und den oben genannten Konditionen und Preisen. Wenn der Verbrauch sich erhöht oder verringert, werden entsprechende Korrekturen spätestens in der jährlichen Rechnung vorgenommen.

Im Folgenden wollen wir Ihnen einen kurzen Einblick über die derzeitigen Energiemarktentwicklungen bieten und erläutern, wie sich Ihr Energiepreis zusammensetzt. Wie Sie vielleicht bereits wissen, besteht Ihr Energiepreis nur zu ca. 25,6 % aus Energiekosten. Der Rest von ca. 74,4 % setzt sich je nach Region aus Steuern, Abgaben, Umlagen sowie Transportkosten (den sogenannten Netznutzungsentgelten, die allein mit 20 % veranschlagt werden) zusammen, die alle gesetzlich vorgegeben und reguliert sind. Diese Kosten können wir somit als Lieferant nicht beeinflussen. Sehen Sie unter nachfolgendem Web-Link, die einzelnen Bestandteile Ihres Strompreises:

http://www.verivox.de/ratgeber/wie-setz ... 6.aspx?p=2

Ob Windparkbetreiber oder Privathaushalt mit Solarzellen auf dem Dach: Wer Strom aus erneuerbarer Energie produziert und ins Netz einspeist, wird gefördert. Damit soll der Anteil von Strom aus Wind, Wasserkraft, Sonne, Erdwärme oder Biomasse sukzessive gesteigert werden. In 40 Jahren soll der neue Energiemix im Wesentlichen zu mehr als 80 % aus erneuerbaren Energiequellen stammen. Um Anreize zu schaffen, sind Anlagenbetreibern die Vergütungssätze ab dem Zeitpunkt der Inbetriebnahme im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) aus dem Jahr 2000 staatlich für 20 Jahre garantiert – sie sind also unabhängig von Angebot und Nachfrage. Die EEG-Umlage gleicht den Unterschied zwischen den Strompreisen aus konventionellen und erneuerbaren Energiequellen aus. Ihre Höhe wird jährlich aus der Differenz zwischen Aufwendungen (Zahlungen an EEG-Einspeiser und zugehörige Aufwendungen) und Einnahmen (Verkauf des EEG-Stroms) ermittelt. Die EEG-Umlage ist immer wieder Gegenstand der politischen Diskussion. Die EEG-Umlage spiegelt den rasanten Zubau regenerativer Stromerzeugungskapazitäten wieder. Daher war demzufolge auch der Anstieg der EEG-Umlage in den letzten Jahren enorm und ist somit ein weiterer Faktor für die Mehrbelastung der Privathaushalte. Die EEG-Umlage wurde von 3,592 Cent um 1,685 Cent auf 5,277 Cent pro kWh erhöht, dies entspricht einer Erhöhung von 46,9 %, lesen Sie hierzu folgende Beiträge:

http://www.bundesregierung.de/Content/D ... blick.html

http://www.tagesschau.de/wirtschaft/faq ... ge100.html

http://www.eeg-kwk.net/de/EEG-Umlage.htm

Die Stromerzeugung durch erneuerbare Energien unterliegt witterungsbedingt starken Schwankungen. Zum Ausgleich dieser Schwankungen werden in Zukunft hocheffiziente und flexible Gaskraftwerke (stromgeführte Anlagen zur Kraft-Wärme-Kopplung, stromgeführte Blockheizkraftwerke) benötigt. Bis 2020 soll der Anteil der hocheffizienten Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen an der Stromproduktion von derzeit 12 % auf ca. 25 % verdoppelt werden. Das KWKG aus dem Jahr 2002 fördert den Bau von Neuanlagen und von Wärmenetzen, daraus resultiert die, für die Energiekunden zu tragende, KWK-Umlage. Die abzuführende Umlage steigt im Jahr 2013 von 0,002 Cent um 0,124 Cent auf 0,126 Cent pro kWh, dies entspricht einer Erhöhung von 6.200 %. Weitere Informationen und Daten erhalten Sie hier:

http://www.bundesregierung.de/Content/D ... ionen.html

http://www.wie-energiesparen.info/news/ ... ehen-fest/

Seit dem 01.01.2012 ermöglicht § 19 Abs. 2 StromNEV, dass stromintensive Industriebetriebe die vollständige Befreiung von der Zahlung von Netzentgelten beantragen können. Die aus der Entlastung der Industrie entstehenden Kosten werden anders als bisher, nicht mehr über die Netzentgelte finanziert, sondern in Form einer Umlage auf alle Letztverbraucher verteilt, die sogenannte § 19 Abs. 2 StromNEV sogar rückwirkend für 2011 geltend gemacht wurden, war sowohl für Sie als auch für uns schwer nachvollziehbar, so dass wir diese zum Wohle unserer Kunden bereits für das Jahr 2011 komplett kompensiert hatten. Die Sonderkunden-Umlage ist im Jahr 2013 von vormals 0,151 um 0,178 Cent auf 0,329 Cent pro kWh gestiegen, dies entspricht einer Erhöhung von 117,9 % (http://www.eeg-kwk.net/de/Paragraph-19-Umlage.htm).

Die Offshore-Umlage nach § 17 EnWG ist ab dem 01.01.2013 ein neuer Bestandteil des Strompreises für Letztverbraucher von Strom. Verbraucher zahlen somit für einen beschleunigten Ausbau von Windkraftanlagen auf hoher See, damit der Strom aus Windparks auf hoher See einen wesentlichen Beitrag zur Deckung des Gesamtenergiebedarfs leistet. Mit der Umlage übernehmen die Verbraucher zu einem großen Teil Schadensersatzkosten, die durch einen verspäteten Anschluss von Offshore-Windparks an das Übertragungsnetz an Land oder durch langdauernde Netzunterbrechungen entstehen können. Die Offshore-Haftungsumlage kann folglich als eine Vollkasko-Versicherung für Netzbetreiber beschrieben werden, nur dass die Versicherungsbeiträge nicht der Netzbetreiber zahlt, sondern der Verbraucher. Nähere Informationen können Sie in folgenden Artikeln einsehen:

http://www.welt.de/newsticker/news1/art ... ossen.html

http://www.wie-energiesparen.info/fakte ... lage-enwg/

Auf all diese Steuern und Abgaben haben wir bedauerlicherweise keinerlei Einfluss, allerdings führen sie letztendlich zu erhöhten Strompreisen für alle deutschen Privathaushalte.

Lieber Kunde, hiermit haben wir Sie über die aktuellen Ereignisse am Strommarkt sowie unsere diesbezüglich getroffenen Maßnahmen informiert. Wir freuen uns, Sie als zufriedenen Kunden auch in Zukunft beliefern zu dürfen.

Mit freundlichem Gruß

prioenergie – eine Marke der ExtraEnergie GmbH

Postfach 974

09009 Chemnitz
http://www.prioenergie.de

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 Betreff des Beitrags: Re: Mail vom Stromversorger
BeitragVerfasst: Mi 30. Okt 2013, 23:09 
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Registriert: Mi 17. Okt 2012, 21:38
Beiträge: 519
" Ihr Arbeitspreis verändert sich auf 27,8 Cent/kWh. Ihr monatlicher Grundpreis verändert sich auf 10,04 € pro Monat. "


Echt grausam und ich möchte nicht wissen wieviel diesen Satz und die Angaben zur Kündigungsfrist nicht lesen werden.


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 Betreff des Beitrags: Re: Mail vom Stromversorger
BeitragVerfasst: Sa 2. Nov 2013, 18:09 
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Registriert: Mo 25. Mär 2013, 17:39
Beiträge: 257
Wieviel KWh verbrauchst du im Jahr ?


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 Betreff des Beitrags: Re: Mail vom Stromversorger
BeitragVerfasst: So 3. Nov 2013, 10:28 
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Administrator

Registriert: Mi 17. Okt 2012, 20:12
Beiträge: 751
Wohnort: Würzburg
Der Schnitt der letzten 6 Jahre liegt bei 2828,27 kWh :-)

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 Betreff des Beitrags: Re: Mail vom Stromversorger
BeitragVerfasst: So 3. Nov 2013, 10:32 
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Administrator

Registriert: Mi 17. Okt 2012, 20:12
Beiträge: 751
Wohnort: Würzburg
Übrigens: Ich werde die Preiserhöhung natürlich zum Anlass nehmen und mal wieder den Anbieter wechseln (wie nahezu jedes Jahr). Für die Kündigung beim jetzigen Anbieter nehme ich seinen eigenen Text und packe an dieselbe Stelle, wo dieser seine Preiserhöhung eingebaut hat, meine Kündigung. Mal sehen, was dieser dann dazu sagt :-)

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